Hospiz macht Schule

Mit Kindern über den Tod sprechen

»… wir möchten die Kinder zu einem natürlichen Umgang mit Sterben und Tod ermutigen. Wenn sie daheim dann offen darüber sprechen können, finden vielleicht auch die Eltern zu einem anderen Umgang.«   So hat eine Hospizhelferin die Idee und das Konzept des Arbeitskreises Hospiz macht Schule treffend beschrieben.

Seit 2006 engagiert sich eine Gruppe von Hospizhelferinnen und Hospizhelfern in diesem Arbeitskreis. Sie bieten an, zum Thema Krankheit, Sterben und Tod mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und gestalten in Absprache mit den LehrerInnen hierzu Unterrichtseinheiten in Schulen.
SchülerInnen können etwas über die Arbeit in der Begleitung Sterbender erfahren, ihre Fragen stellen und damit einen ersten Reflexionsprozeß über Sterben und Tod beginnen.

Einsätze sind in allen Schulformen möglich, so z.B. in Grundschulen, Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Berufskollegs. Schulklassen kommen auch in das Reformierte Gemeindestift Elberfeld, um sich dort den Abschiedsraum für die Verstorbenen anzusehen. In anschließenden Gesprächen wird deutlich, wie wichtig eine gute Abschiedskultur ist.

Wir können die Wirksamkeit nicht messen oder ermessen – einige Erkenntnisse von Schülern aus der 8. Klasse nach einem Besuch von zwei Hospizhelferinnen machen vielleicht deutlich, wie wichtig diese Arbeit ist.

» Wir haben viel über Tod und Sterben gelernt. es war sehr interessant und mal eine ganz andere Stunde als sonst. Man hat gemerkt, dass der Tod in der Gesellschaft oft vermieden wird und eher hinter geschlossenen Türen geschieht.

Man braucht viel Kraft, wenn man Sterbebegleiterin ist. Mich hat sehr berührt, dass sie einer alten Frau, die nicht mehr sprechen konnte etwas vorgesungen haben und dass es viele traurige Schicksale gibt. «

» Jeder Mensch muss irgendwann sterben. Ich habe gelernt, dass es nicht leicht ist, wenn man stirbt. Ich habe gelernt, dass Menschen, die alt sind und nicht mehr gehen und sprechen können, doch noch eine Menge mitbekommen. «

» Ich habe gelernt, dass man seine Fähigkeiten braucht, um so eine Arbeit zu machen, wie uns die beiden Frauen beschrieben haben. Als Hospizhelfer muss man zuhören können und einfühlsam sein. Ich habe gelernt, dass manche Menschen gar keine Hilfe wollen und das Thema Tod früher in der Gesellschaft anders betrachtet wurde als heute.

Früher hat man eine schwarze Schleife an die Tür gehängt, wenn jemand gestorben ist. Die Toten lagen in einem Raum und man konnte sie noch mal sehen und Abschied nehmen.

Mich hat gewundert, dass Leute, die nicht mehr sprechen können, aber noch alle Lieder singen können. «

» Ich fand es schön, als die beiden Frauen Geschichten aus ihrer Arbeit im Hospiz erzählt haben. Zum Beispiel von einer Frau, die ganz verwirrt war und nicht mehr sprechen konnte und die Lieder mitsingen konnte, die man ihr vorgesungen hat.

Oder von einer Frau, die kurz davor war zu sterben und das war 2004 und sie lebt immer noch.

Ich fand es interessant, wenn sich Mitschüler gemeldet haben und erzählt haben, wer bei ihnen schon alles gestorben ist. «

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Flyer

Hospiz macht Schule – Tod und Sterben als Thema des Unterrichts:

In diesem Zusammenhang ist das Projekt »before I die« für Sie interessant

  Projekt »Before I die«

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